Karl Witzig
Was mich in meiner Kunst antreibt

dem fotographischen Element den Schein des Lebendigen zu geben: so daß, wenn ich das Bild betrachte, ich den Eindruck bekommen kann, dort zu sein - auch mit dem Gefühl

dem Malerischen-Fotographischen das Unsichtbare, das was hinter dem Sinnlich-Sichtbaren liegt, hinzuzufügen

was ist in dieser Zeit wichtig, auf welche Art zu zeigen, was zu zeigen, wie zu arbeiten, wo zu sein, um dies darstellen zu können

im bildhauerischen darunterliegende Kraft- und Formwirkungen aufzuzeigen: Arbeiten zum Herzen, Embryologie, zu Maschinen

das potentiell Keimhafte, Wachsende, das in Allem erlebbar ist, zu suchen



Karl Witzig - Kurzbiographie

Bibliothekar und Anwenderbetreuer im Bereich Information und Dokumentation – neue Energietechniken

Kunststudium der Bildhauerei

Plastische, druckgrafische, fotografische und malerische Arbeiten

Ausbildung zum Feldenkraislehrer

Kunstseminare für Kinder, Jugendliche

Europäische Kunstprojekte mit Jugendlichen und Erwachsenen in Irland, Donegal

Dozent an der Uni Köln in den Bereichen Kunst und Körperarbeit

Eigene Praxis mit meiner Frau – Lernwege, Körperarbeit und Kunst


Ausstellungen

Kunst im Haus, Neunkirchen-Seelscheid Dez. 2015, E; Köln, Odonien, Sept. 2016 - G; Art-Lounge Königswinter Dez. 2016 - G, Mai und Okt. 2017 - G; Atelierausstellung Alfter Dez. 2016 - E; SIM Gallery Reykjavik März 2017 - G; Köln, Island-Kolloquium Nov. 2017 - E, Bücherei Alfter 2018 - E, Atelierausstellung Alfter 2018 - E, 2023 - E.

E, d.h. Einzelausstellung
G, mit Anderen zusammen


Wie ich arbeite - ein Beispiel zum Fotografieren

Zuerst - natürlich - was interessiert mich: eine Landschaft von der ich gehört habe, dass sie schön, kontrastreich, lebendig sein soll, daß es dort vielleicht große Felsen gibt, einen Bach oder Fluß, große Bäume. Daß also dieses Gehörte mein Interesse an der Natur befeuert.
Dann recherchiere ich, was ist das Besondere der Landschaft, wie ist sie entstanden, was ist dort geschichtlich geschehen. Wann ist die wahrscheinlich beste Zeit dorthin zu gehen (Jahreszeit, Tageszeit).

Dann geht es zu dem Ort, schauen ob es dort das vermutete Motiv wirklich gibt, wie ich es am besten mit der Kamera erfassen kann. Gibt es etwas Besonderes dort, wie ein ausdruckstarker Felsen/Baum..., der mehr vermuten läßt, als nur die materielle Erscheinung - so als ob in ihm / bei ihm noch etwas anderes unsichtbares verstecktes wäre. Wie fühlt sich der Ort an, die Erde?

Gibt es zu diesem Motivbild noch ein zweites, drittes Bild am gleichen Ort, wie würde dies zu dem ersten passen, wie würde es aussehen, wenn ich die Technik der Mehrfachbelichtung verwende. Trotz aller Erfahrung ist das immer ein bißchen hypothetisch, wie das werden wird. Gleichzeitig aber auch unglaublich spannend, anregend.

Wenn die Entscheidung gefallen ist, welche zwei bis drei Bilder zum Übereinander legen in Frage kommen, dann geht es an die Feinarbeit: Wie muß der jeweilige Bildausschnitt ganz genau sein, dass er "spricht", Kraft hat, die Linien/Farben/Proportionen sich zu etwas sprechendem verbinden und zu den anderen Bildern zusammenpassen. Belichtung, Blende, Schärfe suchen.

Und dann die Fotos tatsächlich machen.

Zuhause am Computer: Passen die Fotos wirklich zusammen, wird aus zweien oder dreien eines, ein Neues? Ist es das, was ich erwartet, vor Ort gedacht habe, mir vorgestellt habe? Drückt das Entstandene die Stimmung des Ortes aus, oder ist es etwas anderes. Ist es Effekt?
Das sind einige Fragen bei der Entstehungsfindung.

Gut, bis hierher sind es Bildschirmfarben, hinterleuchtet - dann kommt der Ausdruck auf Papier. Ist es immer noch begeisternd?

Wenn ja, dann ist wieder ein Neues entstanden.

Der Zufall, das Zufallende, am richtigen Ort zur richtigen Zeit sein, das sind Unwägbarkeiten, die sich nicht planen lassen, die aber oft entscheidend sind.